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Die Adria ist nur ein kleines Meer, nur eine Pfütze, wie manche sagen. Aber ich sehe das anders. Man sagt mir, ich habe noch nie den Ozean oder die tropischen Meere gesehen. Ich aber antworte, dass es mir völlig genügt, in diesen ruhigen und klaren Gewässern zu schwimmen.

Oh ja, auch hier ist das Wasser durchsichtig und man kann bis auf den Meeresboden sehen, wo die Wellen spielerisch Linien in den Sand gemalt haben, wo Krabben oder Einsiedlerkrebse aus dem Nichts auftauchen, um sich gleich wieder zu verstecken.

Der Ozean! Ich war nie dort, aber ich habe mich informiert, das könnt ihr mir glauben! Ich höre den Geschichten derjenigen zu, die kreuz und quer durch die ganze Welt reisen, und um die Wahrheit zu sagen, auf tiefe und kalte Gewässer habe ich keine Lust.

Hier kann ich mich frei am letzten Abschnitt des langen Strands bewegen, wo nur wenige Menschen hinkommen und das Wasser auch mitten im Sommer klar ist. Dann zieht es mich weiter, zu einem Kanal, der weit weg führt, ein Eingangstor zu einer unendlichen Welt aus Lagunen und kleinen Inseln.

Bibione Pineda ist mein Königreich, und das schon seit sehr langer Zeit. Ich mag seine Ruhe, seine zurückhaltende Art – eine versteckte Welt, gut geschützt von großen Strandkiefern. Ich liebe seinen kleinen und gut ausgestatteten Hafen, der auf ein Stückchen wilder Natur blickt, wo man Sonnenuntergänge bewundern kann, die die Lagune in Brand setzen und die Berge als dunkle Silhouette an den Horizont malen.

Zwischendurch schnelle ich aus dem Wasser und sehe den weiten und luftigen Strand mit viel Platz zwischen dem Meer und den ersten Sonnenschirmen, ein breiter, vom Meer umspülter Streifen, der zu ausgedehnten Spaziergängen einlädt. Etwas weiter erkenne ich mit Freude das Werk der Menschen, die einheimische Pflanzen setzen, um die Biodiversität einer einzigartigen Umgebung zu erhalten.

Abends faszinieren mich die Lichter der Bars und Restaurants, die direkt auf den Strand gehen, während Familien entspannt spazieren gehen und nach den Sternen schauen oder sich vorzustellen versuchen, wie die Küste in Richtung Süden verläuft.

Hier, wo ich bin, endet Bibione, aber natürlich nicht das Meer, die Lagune und die Erde. Ein bisschen weiter findet sich der alte Ort Caorle, wohin ich manchmal einen Abstecher mache, und noch weiter weg Venedig, eine selten schöne Stadt. Eines Tages werde auch ich dorthin schwimmen, vielleicht einem der Boote hinterher, die von hier aus der Strömung folgen und Touristen auf Ausflügen begleiten.

Man sagt, ich sei faul, weil ich immer hier bleibe, aber die anderen wissen nicht, wie viel Schönheit sich im Meer und am Strand finden lässt, welcher Sonnenschein, welcher Mondschein, aber auch das Spiegelbild der Wolken, sie wissen nicht, wie herrlich die Brise ist, die über die Wellen streicht, oder der Wind, der sie aufwühlt. Ich kenne viele dieser Schönheiten, such auch du nach ihnen! Vielleicht, wenn du ins Meer tauchst, wirst du mich vorbeischwimmen sehen, ein freier Fisch in diesen klaren Gewässern.