Warenkorb
Warenkorb

Ein Strand für Kinder

Der Strand scheint kein Ende zu haben. Er reicht vom Sonnenaufgang zum Sonnenuntergang, bis dorthin, wo die Sonne hinter das Haus rutscht, in dem ich wohne. Ich bin natürlich nur wenig zu Hause, denn ich möchte immer spielen und Unfug machen, wie die Großen sagen. Für mich ist alles nur Spiel, und am Meer sind Spiele am schönsten.

Wenn man wie ich kleine Füßchen und kurze Beinchen hat, ist alles größer und auch viel schöner. Soviel ich auch renne, ich habe immer genug Zeit, um stehen zu bleiben, mir alles genau anzuschauen und mich darüber zu freuen. Zum Beispiel ist hier in Bibione der Sand sauber, viel sauberer als zu Hause im Park, dort, wo ich das ganze Jahr über wohne.

Das Meereswasser ist manchmal so durchsichtig, dass ich sehe, wie kleine Fischchen zwischen meinen Füßen hin- und herflitzen. Ich versuche, sie zu fangen, aber ich weiß auch, dass das unmöglich ist. Dann probiere ich es lieber mit den Einsiedlerkrebsen und den Muscheln. Die Krabben lasse ich aber in Ruhe, denn sie haben große Scheren und können zwicken.

Es ist nicht leicht, mich wieder aus dem Wasser zu locken. Denn dann zeige ich mich von meiner bockigsten Seite. Ich meine damit Tränenausbrüche und Wutanfälle, die eines Schauspielers würdig sind. Aber ich wollte euch mal sehen, mitten im Sommer! Ihr würdet mir bestimmt recht geben.

Auch unter dem Sonnenschirm habe ich jede Menge Spaß, vor allem unter dem Sonnenschirm der anderen. Denn hier gibt es viele Kinder wie mich. Einige sind anfangs etwas schüchtern, aber nach kurzer Zeit sind wir alle gleich und spielen problemlos zusammen. Das Schöne bei uns Kleinen ist, dass wir keine Worte brauchen. Wir verstehen uns bestens, auch wenn wir aus unterschiedlichen Ländern kommen.

Eigentlich wären Sand und Meer schon mehr als genug, aber hier gibt es noch so viel anderes. Den Wind in den Haaren und die Sonne im Gesicht, so flitzen wir mit Mamas Fahrrad durch die Stadt, auf der Suche nach einem leckeren Eis, oder durch das Pinienwäldchen bis zu einem Haus, das in den Himmel wächst. Die Erwachsenen nennen es Leuchtturm. Wenn der Himmel etwas bewölkt ist, kann man auch noch weiter fahren, zum Fluss oder zur Lagune.

Das Abenteuer geht weiter, denn vom Fahrrad geht es direkt auf Papas Arm und auf ein Boot, das zur Lagune fährt, die ich vorher vom Fahrrad aus gesehen habe. Hier müssen sie mich wirklich gut festhalten, denn es gibt so vieles zum Schauen. Ein weißer Vogel, der direkt über uns seine Kreise zieht, ein kleines Boot, das an uns vorbeischippert, Fahrräder, die an den Dämmen entlangfahren, Wolken und in der Ferne die Berge.

Ich weiß, über kurz oder lang gehen wir wieder von hier weg. Papa und Mama reden manchmal davon, aber ich denke nicht weiter als bis zum nächsten Spiel. Und hier gibt es so viel, was man machen kann. Wenn wir dann aber wirklich wegfahren, werde ich bestimmt weinen und kreuzunglücklich sein. Aber nur um meine Eltern davon zu überzeugen, dass wir im nächsten Sommer wieder hierherkommen müssen.