Die heutige dem Hl. Stefan geweihte Kathedrale ist die jüngste einer Reihe von Kathedralen, die im Laufe der Zeit in Concordia Sagittaria errichtet wurden.

Die erste wurde Ende des 4. Jahrhunderts erbaut und im Zuge der Invasion der Hunnen im Jahr 452 zerstört. Die darauffolgende Kathedrale ertrank in den Fluten des Hochwassers des Flusses Lemene Mitte des 6. Jahrhunderts, woraufhin im 11. und später noch einmal im 14. Jahrhundert weitere Kathedralen errichtet wurden.

Im Jahr 1466 begann man schließlich, auf Wunsch des Bischofs Antonio Feletto, mit dem Bau der heutigen Kathedrale, die im 19. Jahrhundert mit der Errichtung des Chors abgeschlossen wurde. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde unter dem Episkopat von Monsignor Francesco Isola außerdem die aktuelle Fassade gestaltet und die Cappella dei Martiri hinzugefügt, in deren Krypta die Reliquien aufbewahrt werden. Die Außenmauer der Kirche besticht durch ihre unverputzte Ziegelfassade.

In der Mitte der Schaufassade, die die Form der drei Schiffe nachzeichnet (facciata a salienti), befindet sich das große Eingangstor, ein Stück darüber eine Rosette. Die Fassaden der Seitenschiffe zieren je ein Rundbogenfenster. Rechts neben der Kirche befindet sich zudem der 28 m hohe Glockenturm aus dem 12. Jahrhundert mit zwei Reihen Doppelbogenfenstern auf allen Seiten sowie die Taufkirche mit kleiner Kuppel, deren Grundriss ein griechisches Kreuz darstellt.

An der Außenseite der Apsis in gotischem Stil sind vier hohe Doppelbogenfenster zu sehen. Der Innenraum zeigt im Grundriss ein lateinisches Kreuz und wird von zwei Reihen Rundbogen, gestützt auf viereckige Pfeiler mit Halbsäulen, in drei Schiffe unterteilt. In der Märtyrerkappelle, die Anfang des 20. Jahrhunderts durch den späteren Kardinal Celso Benigno Luigi Costantini ausgebaut wurde, befindet sich ein Altarbild von Alessandro Varotari, genannt Padovanino.